(Von Christoph Högner)

EigenverantwortungBequeme Illusion

Von klein auf werden wir auf die Illusion programmiert, dass andere verantwortlich sind für mich, mein Schicksal, meine Krankheit, meine Gesundheit meine Bildung, mein Weiterkommen im Job und was auch immer es sonst noch so gibt. Wir werden darauf konditioniert, unsere eigene Verantwortung abzugeben. Wie praktisch. Denn wenn dann etwas nicht so läuft, wie wir es gerne hätten, dann sind nicht wir selber schuld, sondern irgendwelche Anderen.

Andere sind „schuld“

Wir geben die Verantwortung für unser „Schicksal ab an den „Lieben Gott“, wir geben die Verantwortung für unser zwischenmenschliches Miteinander ab an „die da oben“.

Wir geben die Verantwortung für unsere Gesundheit ab an die Ärzte und die Pharmaindustrie. Wir bewegen uns nicht genug, wir stopfen uns voll mit lauter verseuchten, toten Dingen, saufen, rauchen, und wenn dann irgendwann die Quittung kommt, kriechen wir zum Doktor, damit der uns möglichst schnell wieder in den Zustand versetzt, in dem wir weiter machen können wie bisher.
Wir geben die Verantwortung für unseren Gemütszustand ab an die Berieselungsmaschinerie der Medien, verstopfen unseren Geist mit Bullshitinformationen, die heute schön dramatisch sind, morgen früh jedoch bereits im Mülleimer der Geschichte verrotten. Und wenn uns das irgendwann einmal zu viel wird – egal, es gibt ja Therapeuten, die Krankenkasse bezahlt das.

Countdown

Und auf diese Weise, alle Verantwortung von sich schiebend, leben die meisten Menschen so, als wären sie unsterblich, und dann fallen sie aus allen Wolken, wenn sie eines Tages merken, dass sie sich geirrt haben. Wenn z.B. der Arzt ihnen sagt, dass nun ihr Kalender abläuft. Dann ist auf einmal das Gejammer groß! Falls ihnen überhaupt noch Zeit zum Jammern bleibt.

Frage Deinen Tod

Was würdest Du tun, wenn Du wüsstest, dass Du morgen sterben würdest?
Würdest Du jetzt hier sitzen und das hier lesen? Würdest Du Dich vor den Fernseher setzen und Dich einlullen lassen, Bierchen in der Hand und ’ne Tüte Chips, um den Kopf „abzuschalten“? Früh genug ins Bett gehen, um morgen fit zu sein für einen Job, den Du hasst, um mitten in selbigem umzufallen und ihn zu segnen, sowie alles andere Zeitliche ebenfalls? Würdest Du Dich mit Deinem Partner zanken und streiten, Deine Kinder schimpfen und ins Bett jagen, damit Du Deine Ruhe hast, wenn Du wüsstest, dass es das letzte Mal ist, dass Du sie siehst? Noch einmal schlechtes Essen in Dich reinstopfen, schimpfen, wie schlecht doch diese Welt ist, über das Wetter lamentieren und den blöden Nachbarn verfluchen?

Wir fühlen uns unsterblich

Du denkst Dir: „Ach was, ich sterbe doch morgen nicht! Ich bin doch noch jung und fit und hab übermorgen einen Termin im Reisebüro und in 2 Monaten geht’s in Urlaub…“
Weißt Du was? Auf den Friedhöfen dieser Welt liegen Milliarden Menschen, die genau das ebenfalls dachten – als letzte Gedanken. Und in den Krankenhäusern diese Welt liegen hunderttausende Menschen, die sich gerade denken: „Oh, Mist, da hab ich wohl falsch gedacht!“ Denn solange ich glaube, ich wäre unsterblich, kann ich ja noch ein paar Tage, Wochen und Monate vergeuden. Ich habe ja noch genug davon.

Klar wissen wir, dass wir irgendwann den unvermeidlichen Griff in die Besteckschublade machen werden, aber wir meinen, das wäre irgendwann, ganz weit weg in der Zukunft.
Und dann holt sie uns auf einmal ein, und plötzlich ist sie da die so weit weg geglaubte Zukunft und dann haben wir eben KEINE Zeit mehr, auf die Schnelle alles noch einmal hin zu biegen, nach zu holen, auszusprechen, zu schreiben, noch einmal zu berühren, zu lieben, zu umarmen, „Danke“ zu sagen, oder „Ich liebe Dich!“, dann ist keine Gelegenheit mehr, diesen verdammten, sinnlosen Job zu kündigen und endlich das zu tun, wonach das Herz sich schon so lange und so schmerzhaft sehnt!

Die Zeit ist JETZT!

Wenn wir diese Dinge tun wollen, dann müssen wir das JETZT tun, jetzt und hier, dann müssen wir jetzt und hier die Verantwortung übernehmen, für uns, unser Leben, unser Tun und unser Nicht-Tun, und für unser sterben.

Dann müssen wir damit aufhören, anderen die Verantwortung und die Macht über uns, unser Leben und unser sogenanntes „Schicksal“ zu überlassen, für unsere Krankheit oder für unsere Gesundheit, dann ist es erforderlich die Zeit zu nutzen, die uns bleibt, den Arsch zu bewegen und das wirklich Richtige zu tun, aufhören Ausreden zu suchen und statt dessen konsequent handeln, Aufhören „Schuldige“ zu suchen, für die Dinge, die wir selber verbockt haben.

Es liegt in unserer eigenen Verantwortung, ob aus einer Mücke ein Elefant wird, oder ob aus einem Elefanten wieder eine Mücke wird.

Die Menschen, die sich ihrer Eigenverantwortung entziehen, sehen überall nur noch Elefanten, sie werden hilflos niedergewalzt von ganzen Elefantenherden, anstatt sie als das zu sehen, was sie wirklich sind: Mücken.

Hausaufgabe:

Nimm Dir einmal ein paar Minuten Zeit, einen Stift und ein Blatt Papier – Nein, hör auf zu stöhnen, tu es einfach! – und schreibe in Stichworten auf, wie Dein morgiger Tag aussehen wird, wenn er so abläuft, wie es „normal“ ist.

Dann mach eine kurze Pause, trink ein Glas Wasser oder mach Dir einen Tee und schau Dir das, was Du dort notiert hast, an und überlege, ob Du DAfür bereit bist zu sterben!
Dann schreibe Dir auf ein anderes Blatt, wie Du Dir wünschst, wie Dein Tag ablaufen würde, wie er ablaufen würde, wenn es Dein letzter Tag wäre – oder von mir aus, wie er ablaufen würde, wenn Du wüsstest, dass Du nur noch wenige Wochen Zeit hättest, bevor Du in die Kompostkiste springst. Frage Dich selber: Was ist Dir wirklich, wirklich wichtig?

Und dann: Handle endlich dem entsprechend, fang einfach an!

Die 10 häufigsten Probleme:

Wenn Du Dinge tust, dir Dir schaden, die Dich krank machen, übernimm die Verantwortung dafür und hör damit auf. Das kann niemand anderes für Dich übernehmen.

  1. Wenn Dein Job Dich fertig macht, such Dir einen neuen, mach Dich selbständig oder nimm in Kauf, am Existenzminimum zu leben. Arm, aber lebendig.

Setzt dich hin und überlege dir, wie genau du aus deinem Job herauskommen kannst, wenn nicht auf einen Schlag, dann zumindest Schritt für Schritt, sodass dein Leben trotzdem noch weitergeht.

Nein, ich habe nicht behauptet, dass das „leicht“ ist. Und klar ist auch, dass man irgendwie überleben muss, dass man evtl. Kinder hat, die versorgt werden wollen. Und ebenso ist klar, dass es ihnen auch nichts bringt, wenn Du Dich vorzeitig kaputt machst und sie dann GAR nichts mehr von Dir haben!

  1. Wenn Du Single bist und Dir eine Beziehung wünschst, dann geh hin und sprich die Frau/ den Mann an, die Dir gefällt. Übernimm die Eigenverantwortung und überlasse das nicht dem sogenannten „Zufall“ oder dem „Schicksal“.
  1. Wenn Du in einer Beziehung bist, die Dich unglücklich macht, dann übernimm die Verantwortung und ändere sie, oder beende sie! Es liegt nur an Dir!

 

  1. Wenn Du ständig an den oder die „Falsche|n“ gerätst, dann werde Dir klar darüber, was eine Beziehung überhaupt bedeutet und ob Du nicht vielleicht glücklicher mit Dir alleine bist. Oder ob Dein idealer Partner nicht vielleicht bereits in deiner Friendzone lebt, oder, was man selbst falsch macht bzw. warum man ständig in „falsche“ Beziehungen gerät…?
  1. Wenn Du jemanden hast, den Du liebst, dann sag ihm das. Jetzt! Ja, wirklich: Jetzt!
    (Tu das bitte nicht, wenn Du ein Mann bist, und es sich dabei um eine Frau handelt, in die Du verliebt bist, mit der Du jedoch keine Beziehung hast. DAS würde nach hinten losgehen und Dir jegliche Chance versauen!)
  1. Wenn Du mit jemandem etwas zu klären hast, dann kläre das jetzt! Ich habe schon zu oft erlebt, dass es plötzlich zu spät sein kann, wenn man auf einen „günstigen Zeitpunkt“ wartet.
  1. Wenn es Dein sehnlichster Wunsch ist, nach Indien in einen Ashram zu ziehen, dann tu das jetzt! (Nein, dafür braucht man nicht viel Geld und auch kaum Gepäck. Du wärst nicht der Erste, der das schafft.)
  1. Wenn Du Dich nicht wohl fühlst, weil Du meinst, dass Du „zu dick“ bist, dann trainiere, ändere Deine Ernährung. Und schau dich mal richtig an: Ist mein Gefühl „zu dick zu sein“ nicht vielleicht nur eine falsche Programmierung? Oder ein Selbstwertmangel?
  1. Wenn Du schon keine Luft mehr bekommst, weil Dein Ast pfeift, hör auf zu rauchen. (Wenn Du wissen willst, wie das relativ einfach geht, kann ich Dir weiterhelfen.)
  1. Wenn Du zu denen gehörst, über die man sich lustig macht oder die Köpfe schüttelt, wenn sie betrunken über die Straßen torkeln und sich im Club blamieren, dann wach auf, hör auf zu saufen. Das kann niemand anderes für Dich tun! Kein Therapeut und keine Klinik! Das kannst nur Du alleine, indem Du für Dich und Dein Leben selber die Verantwortung übernimmst.

Und nun…

Klar: Es gibt Dinge, die kann man nicht ändern, auf die hat man keinen Einfluss. Die Erde dreht sich, ob Dir das passt oder nicht, und wenn Du gerade ungünstig stehst, wenn der Vulkan ausbricht, dann war’s das eben. Aber wenn es etwas gibt, was Du ändern willst, und es besteht auch nur die geringste realistische Möglichkeit dies zu ändern, dann übernimm die Verantwortung – JETZT! – und mach das. Los! Fang an!

            „Verantwortung zu übernehmen bedeutet, für jede getroffene Entscheidung bereit zu sein, zu sterben. Das schafft unerhörte Klarheit und sorgt dafür, dass ich das, was ich dann tu, auch konsequent und überzeugt tu, weil ich jetzt in Resonanz bin mit mir.“ (Vera F. Birkenbihl)

Alles Gute, Dein Christoph

Über Christoph Högner

Christoph HögnerChristoph „Doc“ Högner, geboren 1964, arbeitet derzeit hauptberuflich immer noch als Tätowierer, hat im laufe der Zeit sehr viele Schulungen und Ausbildungen durchlaufen, hat auf vielen Reisen, durch persönliches Erleben und unzähligen Gesprächen mit tausenden Menschen sehr viele Erkenntnisse gewonnen und ist seit mehreren Jahren auch als Reikimeister, Lebensberater und Persönlichkeitscoach tätig.

„Seitdem ich „erleuchtet“ bin, kann ich nachts sehr schlecht schlafen und habe eine ziemlich hohe Stromrechnung.“

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